Grüntendenkmalerhaltungsverein

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Willkommen auf dem Grünten !

Hier auf dem Gipfel vom "Wächter" des Allgäus
steht das Denkmal zu Ehren der
gefallenen Gebirgsjäger der beiden Weltkriege.



Grüntentag 2016


Am 10. und 11. September 2016
Programm:
Samstag, 10. September 2016
17.00 Uhr: Gedenkfeier am Gemeinschaftskreuz im Sonthofener Friedhof mit Diakon Norbert Oeing
Sonntag, 11. September 2016
10.30 Uhr: Bergmesse am Jägerdenkmal auf dem Grünten (bei jedem Wetter!) mit Militärpfarrer Stefan Bauhofer. Die Gedenkansprache hält Oberstleutnant Dr. Eric Offermann, Kommandeur des Gebirgsversorgungsbataillon 8.
10.30 Uhr: Gedenkmesse in der Pfarrkirche St. Michael in Sonthofen.
Anschließend Kranzniederlegung an der Ölbergkapelle durch den Vizebürgermeister Harald Voigt
14.00 Uhr: Kameradschaftsnachmittag im Gasthof Löwen in Burgberg!

 
Grüntentag 2016
Erinnerung an den Architekten Bruno Biehler
Am 10. und 11. September 2016 findet wieder der traditionelle „Grüntentag“ statt.
Mit der Gedenkveranstaltung wird seit vielen Jahren an die schrecklichen Folgen von Gewalt, Terror und Kriegen erinnert. Insbesondere wird der Gebirgssoldaten aller Nationen gedacht, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in Kriegsgefangenschaft verstorben oder aber durch Kriegsverbrechen ums Leben gekommen sind.
Aber auch die Gebirgssoldaten der Bundeswehr, die im Einsatz für Frieden und Freiheit ums Leben gekommen oder bei Auslandseinsätzen gefallen sind, werden mit einbezogen.
Die zentrale Veranstaltung findet wie immer am  Jägerdenkmal auf dem Grünten statt.
Mit diesem Denkmal ist den Gefallenen des Jägerregiments 3 aus dem 1. Weltkrieg und der Gebirgstruppe der Wehrmacht sowie den Toten und Gefallenen der Bundeswehr ein würdiges Mahnmal gesetzt.
Zahlreiche Abordnungen von Soldatenverbänden aus dem In- und Ausland, wie z.B. Italien und Österreich, werden zum Grüntentag 2016 mit ihren Fahnen erwartet. Vertreter der Gebirgstruppe der Bundeswehr werden ebenfalls teilnehmen. Auch dies ist bereits Tradition.
Umrahmt wird die Gedenkfeier auf dem Grünten durch die Musikkapelle Rettenberg, die Alphornbläser aus Burgberg und die Oberallgäuer Feuerschützen. Die Feier findet bei jedem Wetter statt!
Die Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft „Grünten“ lädt alle ehemaligen sowie aktiven Soldaten und Reservisten mit ihren Angehörigen und Bekannten, aber auch alle Mitbürger ganz herzlich ein, möglichst zahlreich am „Grüntentag 2016“ teilzunehmen, um der ungezählten Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und um ein Zeichen gegen das Vergessen und für den Frieden zu setzen.
Vor nunmehr 50 Jahren, am 26. März 1966, ist der Architekt des Jägerdenkmals auf dem Grünten, Bruno Biehler, im Alter von 81 Jahren in München verstorben. Grund genug, um an den Planer des in den Alpen einmaligen Kriegerdenkmals zu erinnern.


1921, vor 95 Jahren, wurde Biehler von der Kriegskameradschaft ehemaliger 3er-Jäger mit der Planung eines Denkmals für die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten Kameraden des Jägerregiments 3 beauftragt.
Dieser Auftrag kam nicht von ungefähr: bereits 1916 war Biehler maßgeblich an Entwurf und Bau des Waldfriedhofs des Jägerregiments 3 in den Karpathen beteiligt. Dieser Friedhof lag nahe Macarlau bei Marmaros Sziget im Vaser-Tal, Rumänien.
         

An der Ausgestaltung wirkten der Bildhauer Wilhelm Math aus Oberstdorf und der Maler Hermann Großelfinger aus Hindelang mit. Das Regiment hatte in den Gebirgsstellungen der Karpathen erhebliche Verluste zu beklagen. Der Kommandeur Oberst von Rango hatte deshalb die Idee zu einer würdigen Begräbnisstätte. Das Anwachsen der Zahl der Grabkreuze auf den Bergkämmen bei den abgelegenen Stellungen des Regiments hatte ihm „Schmerz und Sorge“ bereitet.   
Für das Jägerdenkmal auf dem Grünten wählte der Architekt Biehler, der als Leutnant der Reserve Angehöriger des Jägerregiments 3 war, die im Allgäu ungewöhnliche Form der Tschorte, einem buddhistischen Sakralbau. Die Idee dazu hatte er sich während seiner Asienreise 1913 / 1914 geholt.
Nach dem ursprünglichen Plan sollte das Denkmal auf dem Steineberg (Nagelfluh-Kette) bei Immenstadt errichtet werden. Da es dort Probleme mit den Grundeigentümern gab, übertrug Biehler nach Zustimmung der Gemeinde Rettenberg den Plan kurzerhand mit einem „Federstrich“ auf den Grünten. Das Jägerdenkmal wurde 1924 eingeweiht.



Bruno Biehler (* 19.07.1884) stammte aus Freiburg im Breisgau. Seine Eltern waren der Freiburger Kaufmann Rudolf Biehler und Lina Biehler, geb. Groenewald, aus Pyrmont, die dort ein Bekleidungsgeschäft führten. Als seine Religionszugehörigkeit ist „mosaisch“ vermerkt.
Bruno Biehler studierte von 1907 bis 1910 an der Technischen Hochschule München Architektur. Anschließend arbeitete er u. a. am Neubau des Maximiliansgymnasiums in München mit.
Biehler war ein vielseitiger Mensch. Neben Architekturberuf, Winter- und Bergsport sowie Fotografie fühlte sich Biehler auch zum Malen und Zeichnen hingezogen. Er musizierte mit dem befreundeten Carl Orff.
Bruno Biehler war zunächst Mitglied des Ski-Club Freiburg. Er trat dem 1903 gegründeten Akademischen Ski-Club Freiburg bei. 1908 war er Gesamtsieger der ersten Deutschen Meisterschaften in der Nordischen Kombination (Einzelwettkampf Militärpatrouille), ebenso 1909. Bei den 1. Österreichischen Meisterschaften der Skispringer 1907 wagte er mit seinem Bruder Rudolf einen sensationellen Doppelsprung von der Schattbergschanze in Kitzbühel. Bei den ersten Allgäuer Skimeisterschaften 1910, noch auf der alten Oberstdorfer Schanze auf den Halden, Vorgängerin der Schattenbergschanze (heute Erdinger Arena), wurde Bruno Biehler mit 21 Metern Meister im Sprunglauf und hielt seit 1909 mit 22 m auch den Schanzenrekord.
So vielseitig wie der Mensch waren auch Biehlers Bauten und Entwürfe.
Neben Sportstätten, wie z. B. die erste Skisprungschanze von Reit im Winkl (Steinbachschanze) oder der erste moderne Schlepp-Skilift in Deutschland, am Iseler bei Oberjoch/Hindelang, plante und baute er die Wandelhalle mit Konzert- und Theatersaal des Jod- Schwefelbads in Bad Wiessee, die Gebirgsjägerkasernen in Lenggries und Strub bei  Bischofswiesen, Friedhöfe, Mustersiedlungen, Kirchen und Lichtspiele (Kinogebäude). Entwürfe fertigte er u. a. für die Erneuerung des Glocknerhauses und der Franz-Josef-Hütte an der Großglocknerstraße, für ein Wasserkraftwerk an der Salzach bei Laufen und die Schwesternschule am Rotkreuzplatz in München.
Viele seiner Bauten sind, wie das Jägerdenkmal auf dem Grünten, in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen.

 
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